Steuerungsmigration und Upgrade auf TIA Portal

Läuft Ihr Regalbediengerät oder Ihre Förderanlage noch auf einer Simatic S5, einer S7-300, einer S7-400 oder einem S7-mEC? Dann arbeitet Ihre Anlage mit einer Steuerung, für die die Ersatzteile ausgehen. Wir stellen sie auf Siemens Simatic S7-1500 und TIA Portal um, ohne dass Sie die Anlage ersetzen müssen.

Das kann eine vollständige Migration sein, aber auch ein kleines Upgrade: nur die SPS und die Software, während die übrige Anlage unangetastet bleibt.

Wir arbeiten dabei mit einem eigenen Software-Framework für Regalbediengeräte und Rollenbahnsysteme auf Siemens Simatic S7-1500F.

Schaltschrank mit der Steuerung einer Lageranlage

Von Simatic S5 auf S7-1500

Haben Sie das schon öfter gemacht?

Ja. Ein großer Teil der von uns durchgeführten Retrofits ist genau daraus entstanden: eine Steuerung, die sich nicht mehr instand halten ließ, während die Anlage selbst noch einwandfrei war.

Wer uns wegen einer veralteten Steuerung anruft, spricht also über die Arbeit, die wir am häufigsten machen.

Warum muss eine Simatic S5 auf Dauer ersetzt werden?

Weil Siemens die S5 vor Jahrzehnten aus der Produktion genommen hat. Neue Bauteile werden nicht mehr gefertigt; was noch zu bekommen ist, stammt aus Restbeständen und aus demontierten Anlagen.

Solange alles läuft, merken Sie davon nichts. Das ändert sich an dem Tag, an dem eine Zentraleinheit oder eine I/O-Karte ausfällt. Dann sind Sie darauf angewiesen, was gerade zu finden ist, und zahlen den Preis, der dafür verlangt wird.

Meine S5 läuft seit dreißig Jahren störungsfrei. Warum jetzt handeln?

Verständlich. Aber eine S5, die dreißig Jahre läuft, beweist, dass die Anlage gut gebaut wurde. Nicht, dass es Ersatzteile gibt.

Der Unterschied liegt darin, wer den Zeitpunkt bestimmt. Wer migriert, solange die Anlage läuft, plant den Stillstand selbst. Wer wartet, bis etwas kaputtgeht, bekommt den Zeitpunkt vorgegeben, meist im ungünstigsten Moment.

Hinzu kommt: Wer kann noch damit umgehen? Jedes Jahr gibt es weniger Fachleute, die STEP 5 lesen und eine S5-Störung beheben können.

Wird das bestehende Programm konvertiert oder neu geschrieben?

Weder noch. Wir fangen nicht bei null an und konvertieren auch nicht blind.

Für Regalbediengeräte und Rollenbahnsysteme verfügen wir über ein eigenes Software-Framework, das die wiederkehrende Funktionalität bereits enthält: Positionierung, Bewegungsprofile, Lastaufnahme, Transportrouting, Diagnose und Alarmbehandlung. Das läuft auf Siemens Simatic S7-1500F.

Es bleibt der Teil, der zu Ihrer Anlage gehört. Das verkürzt die Durchlaufzeit erheblich und begrenzt das Risiko: Der größte Teil der Software hat sich anderswo bereits bewährt.

Hinzu kommt: Ein S5-Programm, das dreißig Jahre gewachsen ist, enthält Lösungswege, die aus den Beschränkungen von damals entstanden sind. Diese eins zu eins zu übernehmen hieße, die Beschränkungen in eine Steuerung mitzunehmen, die sie gar nicht mehr hat. Wir lesen heraus, was die Anlage leisten muss, und bauen das mit unserem Framework auf.

Muss der komplette Schaltschrank ersetzt werden?

Meistens ja. Das ist eine bewusste Entscheidung, kein Mehraufwand.

Die Zeit vor Ort wird kürzer. Einen neuen Schaltschrank bauen und prüfen wir vorab bei uns in der Werkstatt. Bei Ihnen vor Ort bleibt das Anschließen und Inbetriebnehmen. Beim Umbau des bestehenden Schranks findet all diese Arbeit neben Ihrer laufenden Produktion statt, in der Zeit, in der Ihre Anlage stillsteht.

Das Ergebnis ist zuverlässiger. Veraltete Komponenten in einer ansonsten erneuerten Anlage zu belassen bedeutet, das schwächste Glied zu behalten. Die erste Störung kommt dann ausgerechnet aus diesem Teil, obwohl die Anlage gerade erst übergeben wurde.

Wie viel Stillstand kostet eine Migration?

Das hängt stark vom Umfang der Migration ab, und der Unterschied ist groß genug, um vorab eine Entscheidung darüber zu treffen.

Nur die Steuerung tauschen geht deutlich schneller: Schaltschrank und Verkabelung bleiben bestehen, und die Arbeit vor Ort beschränkt sich auf Tauschen, Anschließen und Erproben.

Steuerung und Schaltschrank tauschen kostet mehr Zeit vor Ort, weil auch die Feldverkabelung neu verlegt wird. Dafür haben Sie danach für Jahre Ruhe, und wir bauen und prüfen den Schrank vorab bei uns in der Werkstatt.

Welche der beiden Varianten für Sie sinnvoll ist, hängt vom Zustand der bestehenden Anlage ab. Wir sehen uns das vor Ort an und legen Ihnen beide Seiten dar, einschließlich der Folgen für Ihren Stillstand. So können Sie selbst abwägen.

Was bringt es außer der wiederhergestellten Unterstützung?

Eine Diagnose, die sagt, was los ist, statt nur, dass etwas los ist. Fernunterstützung, sodass eine Störung oft behoben ist, bevor jemand unterwegs ist. Bauteile, die über Jahre lieferbar bleiben. Und eine Dokumentation, die Ihre eigene Instandhaltung lesen kann.

Gilt das auch für S7-300 und S7-400?

Bei der S7-300 stellt sich die Frage nicht mehr: Sie ist abgekündigt.

Siemens hat die S7-300 und ET 200M zum 1. Oktober 2023 abgekündigt und die Lieferung als Neuprodukt zum 1. Oktober 2025 beendet. Seitdem sind die Komponenten nur noch als Ersatzteil oder über Reparatur zu bekommen, in begrenzten Stückzahlen. Was noch da ist, wird knapper und teurer.

Die S7-400 geht denselben Weg, nur später. Läuft Ihre Anlage darauf, haben Sie noch Zeit. Trotzdem ist es klüger, den Schritt einzuplanen, als darauf zu warten.

Wer ohnehin eine Erweiterung oder einen Umbau vor sich hat, nimmt die Umstellung auf S7-1500 und TIA Portal am besten gleich mit.

Siemens-Bedienpanel einer Lageranlage

Siemens S7-mEC, der nicht mehr erhältlich ist

Meine Anlage läuft auf einem S7-mEC. Warum ist das ein Problem?

Weil das Produkt nicht mehr geliefert wird. Fällt die Einheit aus, gibt es keinen gleichwertigen Ersatz zu bestellen. Sie sind dann auf das angewiesen, was der Gebrauchtmarkt an dem Tag zufällig hergibt.

Der S7-mEC steckt in der Bauform der S7-300, und diese ganze Familie ist abgekündigt. Ihnen fehlt also nicht nur dieser eine Controller. Auch Rack, Netzteil und die I/O-Karten darum herum sind seit dem 1. Oktober 2025 nicht mehr als Neuware zu bekommen. Jedes Bauteil muss vom Gebrauchtmarkt kommen.

Bei einem Embedded Controller kommt noch etwas hinzu. Die Steuerung läuft nicht auf einer klassischen SPS, sondern als Software auf Hardware mit einem eigenen Lebenszyklus. Verschwindet diese Hardware, verschwindet nicht nur die Steuerung, sondern auch die Plattform darunter.

Dieser Controller wurde seinerzeit in vielen Lagersystemen eingesetzt, unter anderem in Anlagen von Lalesse. Steht bei Ihnen eine solche Einheit, dann stellt sich diese Frage in absehbarer Zeit.

Wodurch lässt sich ein S7-mEC ersetzen?

Durch eine Simatic S7-1500 als Hardware-SPS.

Das ist die Plattform, auf die wir standardisieren und auf der unser Software-Framework für Regalbediengeräte und Rollenbahnsysteme läuft. Bauteile bleiben über Jahre lieferbar, und es ist eine Steuerung, für die sich überall Fachleute finden lassen, auch falls Sie irgendwann mit einem anderen Partner weiterarbeiten wollen.

Der Schritt zurück von einer Software-Steuerung zu einer echten SPS ist dabei bewusst gewählt. Sie erhalten eine Steuerung, die für sich steht, statt Software, die vom Lebenszyklus des Rechners darunter abhängt.

Funktionieren meine Bedienung und Visualisierung weiter?

Ihr übergeordnetes System bleibt unangetastet; die Bedienpanels werden erneuert.

Das Warehouse Control System, mit dem Sie arbeiten, bleibt dasselbe. Ihre Prozesse, Ihre Auftragsströme und die Art, wie Ihre Leute das Lager steuern, ändern sich also nicht.

Die HMI-Panels an der Anlage tauschen wir hingegen aus. Sie gehören zur alten Steuerung und gehen in der Migration mit. Ihre Bediener erhalten damit Panels, die schneller reagieren und bei einer Störung anzeigen, was los ist, statt nur, dass etwas los ist.

Was geschieht mit der bestehenden I/O und Feldperipherie?

Der Schaltschrank kann bei dieser Migration meist bestehen bleiben. Das ist der große Unterschied zu einer S5-Migration.

Eine Anlage mit einem S7-mEC ist deutlich jünger als eine mit einer S5. Schaltschrank, Feldverkabelung und I/O sind in der Regel noch in Ordnung. Wir tauschen die Steuerung und die HMI-Panels; der Rest bleibt, wie er ist. Das spart erheblich an Stillstand und an Kosten.

Wir empfehlen allerdings, bei dieser Gelegenheit den Schrank auf Komponenten durchzusehen, die ihrerseits abgekündigt sind. Was heute schon nicht mehr lieferbar ist, nehmen Sie am besten gleich mit: Der Schrank ist ohnehin offen, und günstiger kommen Sie nicht daran.

Verkabelung im Schaltschrank eines Regalbediengeräts

Kleines Upgrade: von STEP 7 auf TIA Portal

Was umfasst ein kleines Upgrade?

Hardware und Software, aber nur den Steuerungsteil.

Die SPS kommt heraus, dafür kommt eine Simatic S7-1500 hinein. Das Programm überführen wir nach TIA Portal: die Engineering-Umgebung, die Siemens unterstützt und für die sich überall Fachleute finden lassen.

Der Rest Ihrer Anlage bleibt, wie er ist: Schaltschrank, Feldverkabelung, I/O und Mechanik. Darin liegt der Unterschied zu einem vollständigen Retrofit, und Sie sparen deutlich Stillstand und Kosten.

Warum TIA Portal und nicht STEP 7?

Weil STEP 7 Classic zu einer Generation gehört, die abgekündigt wird. In TIA Portal steckt Siemens seine Entwicklung, und es ist das, was ein Ingenieur gelernt hat, der heute von der Hochschule kommt.

Praktischer noch: Mit einem Projekt in TIA Portal sind Sie nicht mehr auf jemanden angewiesen, der eine alte Programmierumgebung auf einem Rechner am Laufen hält, den niemand zu ersetzen wagt.

Wann genügt ein kleines Upgrade, und wann nicht?

Ein kleines Upgrade genügt, wenn Schaltschrank, Verkabelung und Feldgeräte noch in Ordnung sind und allein die Steuerung das Problem ist. Typisch ist das bei einer Anlage, die auf einer S7-300 oder einem S7-mEC läuft und ansonsten ordentlich gewartet wurde.

Ist der Schrank selbst veraltet, sind die Antriebe fällig oder gehen auch dort die Bauteile aus, sind Sie mit einem vollständigen Retrofit besser bedient. Hilft Ihnen der kleine Schritt nicht weiter, sagen wir Ihnen das.

Läuft Ihre Anlage noch auf einer veralteten Steuerung?

Sagen Sie uns, welches Fabrikat bei Ihnen steht, aus welchem Baujahr und welche Steuerung darin arbeitet. Sie bekommen von uns eine klare Antwort: was machbar ist und ob es Eile hat.